Ausgangslage
Die heutige Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Luzern wird durch Recycling Entsorgung Abwasser Luzern (REAL) betrieben. Die angrenzenden 22 Verbandsgemeinden sind die Hauptlieferanten. Die Anlage ist mittlerweile 40 Jahre alt und wurde mehrmals dem Stand der Technik angepasst. In einigen Jahren hat sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Es stehen entweder ein Neubau oder eine Totalsanierung an. Eine Totalsanierung lohnt sich allerdings nicht; denn sie hätte höhere Betriebskosten, Betriebsunterbrüche und Provisorien zur Folge. Weiter kann die KVA Luzern nicht einmal die Hälfte des Zentralschweizer Kehrichts verarbeiten. Der Rest wird bis heute in die Kantone Aargau, Glarus und Zürich gefahren und dort verbrannt.
Die Zeiten der reinen Abfallbeseitigung durch Verbrennung sind längst vorbei. Abfall hat einen Energieinhalt wie Holz und wird heute als Brennstoff betrachtet, den man mit maximaler Energienutzung verwerten will. Dank moderner Technik produzieren heutige moderne Anlagen viel Energie während dieser Verbrennung und die Umwelt wird kaum belastet.
Um die Energie optimal nutzen zu können, drängt sich heute also ein Standort auf, an dem möglichst viel der erzeugten Wärme sofort, am besten "vor Ort", genutzt werden kann. Die Standortsuche wurde breit geführt und mit der Papierfabrik Perlen wurde ein idealer Wärmebezüger und Partner gefunden.
Projektidee
Die Idee, die neue KVA unmittelbar neben der Perlen Papier AG (PEPA) zu realisieren, beruht auf folgender Überlegung: Einerseits benötigt die Papierproduktion grosse Mengen Wärme sowie eine konstante, sichere Energiezufuhr. Andererseits produziert die KVA durch den Verbrennungsprozess permanent – also 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr – nutzbare Abwärme. Die neue KVA könnte somit genau diese Energielieferung gewährleisten.
Dank der neuen KVA würde die PEPA den Verbrauch von Heizöl um jährlich 40 Millionen Liter Heizöl reduzieren und den CO2-Ausstoss um 90'000 Tonnen senken. Da die neue KVA direkt neben der Papierfabrik realisiert würde, könnte sie einen Energienutzungsgrad von rund 70 Prozent erreichen, während der Nutzungsgrad der KVA Luzern heute bei nur rund 29 Prozent liegt (Quelle: Bundesamt für Energie; 2008). Das Projekt würde damit einen Spitzenplatz in der ökologischen Energiegewinnung einnehmen und einen grossen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele des Kantons Luzern und der Zentralschweiz leisten.




